Max Ruf

Über Pflege: nicht gelöste Aufgabe unserer Gesellschaft, referierte Max Ruf  (Bild) vor dem Kreisvorstand der SPD im Landkreis Miesbach, am 16. Februar 2011, im Gasthof zur Post in Oberwarngau.
Der Leiter der Fachabteilung Altenhilfe beim Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt Oberbayern informierte in seinem Eingangsreferat über Hilfen für Betroffene, Unterstützung pflegender Angehöriger, die gesellschaftliche Geringschätzung der Altenpflege und ihrer Ausbildung. Die Zunahme Älterer in den nächsten Jahren bringt zwangsläufig auch mehr zu Pflegende. Bereits in den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der ambulant und stationär Gepflegten verdoppelt und ihre Zahl wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.
Auf diese Situation ist unsere Gesellschaft kaum vorbereitet. Die Ausbildung zur Altenpflege ist kaum koordiniert, auch gegenüber der Krankenpflege wird sie geringer gewertet, nur wenige Männer engagieren sich in den Pflegebereichen und insgesamt wird es viel zu wenige Pflegekräfte geben. Familien, Gemeinden und Nachbarschaftshilfen werden zunehmend überfordert. Die Finanzierung über die Pflegeversicherung steht auch auf einem Scheideweg.

Die Kosten nehmen drastisch zu. Wenn heute schon durchschnittlich ein Pflegefall etwa € 3.000,00 kostet, wird nur ein kleiner Teil in unserer Gesellschaft dies privat finanzieren können. Max Ruf empfiehlt deshalb: die Pflegeversicherung für alle im Rahmen einer Bürgerversicherung breit aufzustellen. Eine Pflegekammer sei überflüssig und falsch konzipiert.

In der Diskussion wurde auch auf den Gesundheitsbericht Bayern 2010 hingewiesen, der verstärkte medizinische Rehabilitation fordert, um Pflege zu lindern oder zu vermeiden. Auch Kurzzeitpflege zur Entlastung von Angehörigen und Wiedereingliederung in den Alltag wurde angesprochen.
Zum Schluss verbreitete der Leiter der Altenhilfe noch etwas Optimismus: wenn wir alle, wenn unsere Gesellschaft mit dem Thema und den Pflegesituationen, wenn auch die Pflegenden bei kleineren Handicaps, lernen aktiver und solidarischer zu sein, bestehen gute Chancen, dass Pflege etwas alltägliches und zugleich gesellschaftlich wichtiges und wertvolles werden kann.


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