Über 50 Milliarden Stück Geflügel werden weltweit pro Jahr industriell erzeugt. Führend sind deutsche Firmen, vor allem in Niedersachsen. Allein im Emsland gibt es 30 Millionen Hühnermastplätze. Immer neue Mastställe und Schlachthöfe werden dort mit EU-Geldern gebaut.

Den beiden Vorstandsmitgliedern Marlies Korntheuer aus Egling und Hans Pawlovsky aus Holzkirchen sind diese Tatsachen ein Dorn im Auge. „Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe im Oberland werden in bäuerlicher Tradition bewirtschaftet. Sie stehen für artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und für die Produktion von gesunden Lebensmitteln. Diese Kriterien müssen die Vergabe von Fördermitteln bestimmen

In der Vorstandssitzung am 22. Februar 2011 in Starnberg herrschte die Auffassung, dass nach dem jüngsten Dioxin-Skandal nicht einfach zur Tagensordnung übergegangen werden darf. Erwiesenermaßen tragen Massentierhaltung und billiges Fleisch wesentlich zur Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung bei. Es ist höchste Zeit dass die Bundeslandwirtschaftsministerin nicht nur Symptome kuriert, sondern aufhört, die industrielle Landwirtschaft weiter zu fördern.

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel machte darauf aufmerksam, dass nur knapp sechs Prozent der bayerischen Bauern nach ökologischen Vorgaben arbeiten. Die kleinbäuerlichen Betriebe, die insbesondere bei uns im bayerischen Oberland wirtschaften, werden nach seiner Ansicht sträflich vernachlässigt. „Frau Aigner sollte weniger darum bemüht sein, Tiermästereien in Niedersachsen zu unterstützen, sondern unseren bäuerlichen Betrieben im Oberland einen gerechten Anteil für umweltschonende und nachhaltige Bewirtschaftung und Landschaftspflege zukommen zu lassen. Nur hohe Standards und Leistungen für die Allgemeinheit können die Grundlage für Zuschüsse aus Steuermitteln sein. Wann setzt sich Frau Aigner endlich dafür ein, dass die unsägliche Subventionspraxis der EU-Kommission für die industrielle Landwirtschaft ein Ende hat?“


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