Klaus-Barthel-ntv-5Der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, als zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion in der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie und Vorsitzender des Beirates bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen fordert: Die Deutsche Post muss an der Sonntagsleerung festhalten! Im gesamten Landkreis Miesbach würde kein einziger Briefkasten mehr geleert!.
Klaus Barthel: „Es muss auch in ländlichen Bereichen mit vertretbarem Aufwand noch möglich sein, etwa fristwahrende Briefe zu verschicken. Das Ausdünnen des Angebots führt nur dazu, dass der Brief als Kommunikationsmittel mehr und mehr an Bedeutung verliert – mit weiteren negativen Folgen für die Bürger. Der nächste zu befürchtende Schritt wäre die weitere Einschränkung der Montagszustellung. Wir müssen dafür kämpfen, dass im Interesse der im Grundgesetz garantierten flächendeckenden Versorgung in Orten mit mehr als 2.000 Einwohnern, in Gemeinden mit zentralörtlichen Funktionen und in allen Landkreisen mindestens je Fläche von 80 Quadratkilometern die Briefkästen auch sonntags geleert werden.
Wir werden den Versuch der Post AG, uns bei der Portoerhöhung hinters Licht zu führen, nicht durchgehen lassen. Deutlich mehr Geld für weniger Leistung – das geht nicht. Deshalb werden wir die Bundesnetzagentur einschalten um zu klären, ob die bedarfsgerechte Sonntagsleerung sich nur an der Zahl der Sendungen bemisst oder auch an den konkreten Bedürfnissen der normalen Kunden.“

Laut Pressemeldungen will die Deutsche Post sonntags nur mehr 2.000 statt wie bisher 11.000 Briefkästen leeren. Eine Abholgarantie will die Post nur mehr für Orte ab 20.000 Einwohnern abgeben. Im gesamten Landkreis Miesbach würde damit kein einziger der gelben Kästen mehr bedient. Dies kann, so der SPD Bundestagsabgeordnete, angesichts der zum 1. Januar erfolgten Portoerhöhung auf 70 Cent für den Standardbrief nicht hingenommen werden. Die satte Erhöhung wurde von der Deutschen Post gerade mit den hohen Anforderungen der flächendeckenden Versorgung gerechtfertigt. Im Übrigen stehen die Einsparungen in keinem Verhältnis zum erneuten Imageschaden für die Post in Zeiten, in denen Wettbewerber sogar Pakete sonntags zustellen wollen.
In weiten Teilen Bayerns und in vielen Landkreisen könnte so in der Praxis mehr als zwei Tage lang kein Brief mehr aufgegeben werden, wenn z. B. die Samstagsleerung schon am Vormittag erfolgt, die nächste Leerung dagegen erst am Montagnachmittag. In ganz Oberbayern gibt es außer der Stadt München nur 23 Orte, die sonntags noch bedient würden, fünf Landkreise im bevölkerungsreichsten Regierungsbezirk Bayerns – Altötting, Berchtesgadener Land, Eichstätt, Miesbach und Rosenheim – würden postalisch zu weißen Flecken. Im konkreten Einzelfall können so Fahrwege von rund 50 km notwendig werden – eine absurde Situation.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*